Zeit für Solidarität-Stipendien

Die südostanatolische Erdbebenregion in der Türkei ist eine Gegend, in der patriarchale Strukturen traditionell stark verankert sind. Schon vor dem Erdbeben war die Unterstützung von jungen Frauen von großer Bedeutung. Nach der Katastrophe verloren viele junge Frauen, die fern ihrer Familien in anderen Städten studierten, plötzlich ihre Angehörigen. Einige Familien verloren ihre Häuser, Geschäfte und damit ihre Haupteinnahmequellen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde ein Stipendienprogramm ins Leben gerufen, um den betroffenen Studentinnen zu helfen, die nächste schwierige Phase finanziell zu überstehen.

Die Initiative Zeit für Solidarität/Dayanışma Zamanı (ZfS) hat zusammen mit der Istanbul-Stiftung ein spezielles Stipendienprogramm gestartet. Mit Unterstützung der RAG-Stiftung (40.000 Euro) und durch weitere Spenden in Höhe von insgesamt 960 Euro konnte ein Fonds eingerichtet werden, um 64 Studentinnen im Zeitraum von Mai bis Dezember 2023 monatlich mit je 80 Euro zu fördern.

Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für das Projekt fand am 05.04.2023 im Zentrum für Türkei- und Integrationsforschung (ZfTI) statt. Anwesend waren Serap Güler, MdB und Vorstandsvorsitzende des ZfTI, Perihan Yücel, Geschäftsführerin der Istanbul-Stiftung, Serhat Ulusoy, Vorsitzender des TB NRW e.V., und Cem Şentürk, Initiator und Mitglied der ZfS. In der Türkei wurde das Projekt von der Istanbul-Stiftung umgesetzt. Ziel des Programms war es, jungen Frauen in Notlagen Unterstützung zu bieten und gleichzeitig weibliche Fachkräfte in der Region zu halten, die für den Wiederaufbau von entscheidender Bedeutung sind.

Die Vergabe der Stipendien war an zentrale Kriterien geknüpft:

  • Der Hauptwohnsitz der Studentinnen musste sich in der Erdbebenregion befinden
  • Die Bewerberinnen mussten nahe Verwandte ersten Grades oder ihre Wohnung durch die Katastrophe verloren haben.
  • Sie durften kein festes Einkommen haben und stammten oft aus kinderreichen Familien.
  • Vorrangig berücksichtigt wurden Anträge von Studentinnen, die ihre Ausbildung an Universitäten in der Erdbebenregion  fortsetzten.

Studienleistungen oder -fächer wurden bei der Auswahl der Stipendiatinnen bewusst nicht berücksichtigt. 

Im Rahmen der Aktion wurde eine Spendenkampagne auf betterplace ins Leben gerufen, um auf transparente Weise zusätzliche Fördermittel für die Stipendien zu sammeln. Insgesamt kamen 1.550 Euro zusammen, von denen TB NRW e.V. nach Abzug der Gebühren 1.511,25 Euro erhielt.

Da die gesammelten Spenden kurz vor der Bekanntgabe der Stipendien 1.5 vollständige Stipendien abdeckten, wurden 960 Euro an die Stiftung Istanbul überwiesen (pro gesammelten 640 Euro wurde ein zusätzliches Stipendium finanziert, so konnten 62,5 Stıpendien auf 64 gerundet werden.).

Der nach Abzug der Überweisungsgebühren verbleibende Betrag wurde für die Installation eines Trinkwasserversorgungssystems an der Cumhuriyet Grundschule in Hatay verwendet.

Übergabe des symbolischen Spendenschecks in Höhe von 40.000 Euro.

Mit der verbleibenden Summe wurde ein Trinkwassersystem in einer Schule in Samandağ, Hatay, errichtet. Dort werden 681 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

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